Immer stärker Beanspruchungen von Material im Trail / Enduro Bereich, machen natürlich auch vor den Bremsen nicht halt. So setzt sich auch in der etwas niedrigeren Gewichtsklasse das Konzept einer Vier-Kolben Bremse immer mehr durch. So auch bei Hope Tech.

DAS PRODUKT / BESCHREIBUNG
BREMS-ZANGE

Der einteilige Bremssattel ist aus einem vollen Block 2014-T6 Aluminium CNC-gefräst. Die M4 Bremszange ist ausgestattet mit vier 16mm großen Kolben, welche der Bremse nicht nur unglaublich viel Power, sondern auch das legendäre Hope-Gefühl geben. Ein tropffreier Ent- bzw. Belüftungsnippel gehört ebenso zum Komplett-Packet wie ein weit einstellbarer Leitungsabgang, damit die Leitung perfekt an den Bremssattel geführt werden kann.

– „One Piece Design“
– Post Mount Befestigung
– Oben und unter belüfteter Bremssattel
– Zulaufwinkel der Leitung einstellbar

TECH HEBEL / HAUPTZYLINDER:

Durch leichte Verkürzung des Drehpunktes konnte im Vergleich zum Vorgänger die Power der Bremse nochmals um 15% gesteigert werden. Das Griffgefühl ist dank überarbeiteter und spielfreier Buchse noch geschmeidiger und direkter. Somit geht auf dem Weg zur Scheibe weniger Kraft im System verloren.
Der Hebel ist so designed, dass er problemlos auf beiden Seiten befestigt werden kann, nennt sich wie beim Vorgänger Flip-Flop-Design. Aus einem großen Block 2014 Aluminium CNC gefräst wird der Hebel mit einer geteilten Klemme ausgestattet, damit zur Montage und Demontage nicht die Griffe und Schalthebel mit demontieren werden müssen.

Das überarbeitete Kolben-, Hebel-und Drehpunktdesign inkl. der werkzeugfreien Einstellung der Hebelweite und des Druckpunktes sorgt für zusätzlichen Komfort, Power und Dosierbarkeit.
Die Hebelkonstruktion wurde optimiert, sodass der Hebel mittlerweile nahezu spielfrei ist, was für ein konstantes, leichtes Druckgefühl sorgt. Fortschreitende Entwicklungen im Bereich der Lagerung und Drehpunkte sorgen ebenfalls für mehr Komfort, dank einer ruckelfreien, glatten Hebelbewegung.
Hinzu kommt der mehrfach gebohrte Hebel, welcher für Grip sorgt und ein Abrutschen effektiv verhindert. Der doppelseitig zu öffnende Ausgleichsbehälter sorgt für unkompliziertes Handling bei der Wartung der Bremse.

– Integriertes Reservoir für DOT Bremsflüssigkeit
– Einstellschrauben für Druckpunkt und Griffweite
– Abschraubbare Lenkerklemme
– Flip Flop Zylindermontage

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BREMSLEITUNGEN UND SCHEIBEN

Bei der Tech M4, gibts es Kunststoffleitungen dazu. Bei Hope Bremsen hatten wir es ja schon mal mit Stahlflexleitungen zu tun.
Getestet wurde die HOPE mit einer Schwimmende Scheibe. Diese ist auf einem Alu Spider montiert, welcher sich wiederum mittels 6 Schrauben auf die Nabe montieren lässt. So spart man auch hier etwas an Gewicht.
Optional sind auch hier die Innenbelüfteten Scheiben verfügbar, welche um 15% besser kühlen als die herkömmlichen Scheiben. Dabei erhöht sich aber wieder das Gewicht.

– Kunststoffleitung
– Schwimmende Scheibe mit Aluspider

GEWICHT:

Vorn: 295g, ohne Adapter, Scheibe
Hinten: 310g, ohne Adapter, Scheibe

Unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers: 430,- EUR. pro Set

VERARBEITUNG 5/5

Auch die Tech M4 zählt, wie alle Produkte bei Hope zum oberen Preissegment. So findet man eine perfekt verarbeitete Bremse. Sowohl Sattel als auch Hebel sind aus einem Block Aluminium gefräst. Details sind sauber verarbeitet und die Optik ist typisch CNC, der Hammer.

Schrauben und Scheibe scheinen solide zu sein, sodass nicht gleich die Gewinde flöten gehen wenn man es mal gut meint mit der Befestigung an der Nabe.
Die Scheiben beider M4 sind etwas schmäler aus bei der vormals getestet V2, da die Beläge auf Grund der 4-Kolben Bauweise schmäler sind als bei der 2-Kolben Variante. Die gesamt Kontaktfläche ist aber auch etwas geringer.

Schwarz Eloxierte Top Caps an den Hebeln und Abdeckkappen am Zylinder in Verbindung mit „gelaserten“ Logos und Produkt Bezeichnungen veredeln das Ganzu noch zusätzlich.

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FUNKTIONALITÄT 5/5

ERSTER EINDRUCK 5/5

Ich kannte das Hope Feeling des Hebels bereits. Auch bei der M4 spürt man einen gut dosierbaren Druckpunk, aber auch die Power die diese Bremse hat. Mittels Verstellschrauben zu Druckpunkt und Griffweite, lässt sich die Bremsbalance perfekt auf die eigenen Vorstellungen und Ansprüche einstellen, was mir so in dieser Form noch bei keiner anderen Bremse untergekommen ist.

Der Hebel fühlst sich gewohnt „stabil“ an ohne weich zu wirken, oder irgendwelche Verwindungen zu haben. Spiel des selben, ist so gut wie nicht vorhanden.

PERFORMANCE 5/5

Die Tech M4 war eine Ganze Saison an einem Enduro Bike montiert dabei musste sie jetzt keine Bike Park Einsätze mitmachen, dennoch war die Beanspruchung mit bis zu 8000 hm Trail an einem Tag doch enorm.

In Verbindung mit den etwas leichteren Reifen, musst man die Bremspunkte etwas zeitiger Wählen, da der Reifen Grip der limitierende Faktor war, dennoch verfügt die M4 über solide Power.
Bei langen durchgehenden Abfahrten in einer steilen Falllinie, brachte ich die M4 an ihre Grenze. Nach gewisser Zeit war ein leichter Abbau der Bremskraft zu spüren, was aber keinen Einfluss auf Druckpunkt oder der gleichen gehabt hätte, nach kurzem abkühlen, dauerte es aber nicht lange biss wieder 100% Power da waren.

Die ersten paar Beläge waren organische, und boten eine super Performance und eine geräuschfreie Fahrt. Weil ich mit dem Enduro Bike doch relativ viel DH Meter machte, wechselte ich bald zu gesinterten Belägen, bei denen die Lebensdauer doch wesentlich länger war. An der Performance merkte ich keine nennenswerten Unterschiede. Lediglich wenn die Scheibe oder die Bremse nass wurde und noch nicht auf Betriebstemperatur war, musste man sich kurz mit dem gewohnten „singen“ abfinden.

An und für sich nahm es die M4 mit jeglichen Witterungsbedingungen auf. Bei Regen und hoher Luftfeuchte, sowie aufgeweichtem Boden und Matsch überall bis hin zu Staub und fast 35°. Die M4 hat alles mit gemacht.
Nach einher Zeit war mal ein Service notwendig. Beim zweiten Belagwechsel schmierte ich die Kolben und richtete Sie neue aus. So funktioniert die Hope M4 wieder wie am ersten Tag.

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SERVICE 4/5

BELANGWECHSEL

Dieser funktioniert auf mit eingebauten Laufrad wenn nötig, allerdings empfehlen wir dann gleich eine Kontrolle von Koben an der Bremse. Deshalb bei fehlendem Laufrad, den Sicherungssplint entfernen die Halterungsschraube herausdrehen und Beläge nach oben aus dem Bremssattel nehmen.

SCHNELLVERFAHREN

Wenn man es sehr eilig hat, die Kolben am Besten mit einem Plastik Reifenheber zurückdrücken und die neuen Beläge einsetzen. Schraube und wenn vorhanden den Splint montieren, ein paar Züge am Hebel und die Kolben sollten sich wieder halbwegs richtig ausgerichtet haben. Fertig

KORREKTES SETUP

Für die beste Performance empfehlen wir dieses Verfahren.
Nach dem man die Beläge entnommen hat ebenfalls die Kolben soweit wie möglich nach hinten drücken. Darauf kontrolliert ihr ob die Scheibe auch mittig und gerade durch die Aussparung im Bremssattel läuft. Dazu hat die Tech M4 eine Indikator Fräsung. Danach platziert ihr die neuen Beläge, montiert die Halterungsschraube und den Sicherungssplint. Zieh am Bremshebel, bis ihr wieder einen Druckpunkt spürt. Anschließend seht euch an, ob ein Kolben die Bremsscheibe etwas zur Seite drückt oder ob die beiden Kolben zeitgleich die Scheibe komprimieren. Ist letzteres der Fall dann ist alles ok. Wird die Scheibe zur Seite gedrückt, entsteht dadurch ein weicher Druckpunkt. Um dies zu beheben drückt ihr mit einem geeigneten Werkzeug den gegenüberliegenden Belag samt Scheibe gegen den Anderen um den einen Kolben zu ermöglichen sich weiter nach vorne zu positionieren und den anderen zurück drücken oder in Position zu halten. Drückt dabei immer auf die Rückplatte des gegenüberliegenden Belages und nie auf den Belag selbst.
Video zum korrekten Setup

LEITUNGSVERLEGUNG

Die Kunststoff Leitung lässt sich etwas leichter kürzen als eine Stahlflexleitung, daher empfehlen wir immer die Leitung auf die richtige Länge anzupassen, da eine zu lange Leitung immer dier Power drosselt, bzw. durch Bewegung Geräusche beim Fahren erzeugen.
Video Leitung kürzen

ENTLÜFTEN

Das Entlüften funktioniert bei der Tech M4 ähnlich wie bei Bremsen mit Mineralöl, wobei Hope DOT Bremsflüssigkeit verwendet.
Was braucht ihr alles an Werkzeug, prinzipiell einen 10er Torx für die Schrauben am Top Cap, einen 8er Maulschlüssel für den Entlüftungsnippel am Bremssattel, einen Entlüftungsschlauch mit Auffangbehälter und Wegwerftücher. Verwendet zum Entlüften alte Bremsbeläge oder einen „Bleedblock“ der die Kolben auf Distanz hält. Öffnet die Schrauben am Top Cap und nehmt es ab, entfernt vorsichtig das „Dichtdiaphragma“.
Steckt den Entlüftungsschlauch an den Nippel und bereitet den Maulschlüssel vor. So, nun zieh am Bremshebel und öffnet dabei den Dichtnippel mit dem Schlüssel. Bevor ihr den Hebel wieder loslasst schließt den Nippel. Wiederholt dies so lange bis keine Luftbläschen im Schlauch zu sehen sind. Achtet dabei immer darauf Bremsflüssigkeit nachzufüllen, ansonsten zieht ihr wieder Luft ins System. Wenn das fertig ist füllt den Zylinder mit Flüssigkeit auf, rollt das Diaphragma drüber schraubt das Top Cap drauf. Jetzt seid ihr fast fertig. Auf Grund der Position des Ansaugloches im Hauptzylinder ist es nun notwendig die Bremse so an den Lenker zu schrauben, dass der Hebel senkrecht nach unten zu betätigen ist. Zieht ein paar mal am Hebel. Dadurch befördert ihr endgültig alle eventuell verbleibenden Luftbläschen aus der Leitung in den Zylinder. Schraubt das Top Cap wieder runter füllt noch Mal Bremsflüssigkeit nach und achtet nun darauf dass der Zylinder jetzt bis zum Rand voll ist. „Rollt“ das Dichtdiaphragma drauf. Es macht nichts wenn hier ein wenig Flüssigkeit hervorquillt. Montiert das Top Cap, wischt die Bremse mit den Tüchern ab und fertig seid ihr.
Dieses Verfahren nimmt etwas mehr Zeit und Handgriffe in Anspruch als das mit einer Entlüftungsspritze. Das Resultat ist bei richtiger Abfolge gleich gut.

Verfolgt hier das Video dazu:
How To Bleed a Brake from hopetech on Vimeo.

How To Bleed a Brake from hopetech on Vimeo.

RESUMEÉ 5/5

Komme was wolle, die M4 nimmt es, eine Bremse mit Power auf die Verlass ist. Sie zählt sicher nicht zu den leichtesten auf dem Markt, aber dafür greifen sich die Hebel auch nach einer ganzen Saison so an wie am ersten Tag.
Die Haltbarkeit und Stabilität ist unschlagbar, genauso wie die Möglichkeit zur Einstellung. Ein durchdachtes Konzept für den Einsatzbereich Enduro.
Die Scheiben, verrichten im großen und Ganzen ihre Arbeit, jedoch viel auf, dass an Stellen die nicht mit den Belägen in Berührung kommen, wie beispielsweise an der Innenkante in Richtung Alu Spider, sich nach Einsatz im Regen oder dem Waschen Rost bildet. Was so gar nicht zum Ruf von Hope passt. Das hat keinen Einfluss auf Funktion, deshalb gibts in Summe dafür auch keine Abzüge, wobei wir es nicht gerne gesehen haben. Ich möchte an meinem Trail Bike nicht mehr auf die M4 verzichten, sie hat mich sogar souverän durch diesen Winterbegleitet.
Wer also einen treuen Begleiter für ein abfahrtsorientiertes Enduro Bike sucht, ist mit der Hope Tech M4 richtig beraten. Denn am Ende zahlt sich das zuvor investierte Budget mit Sicherheit aus.

Produkt Vorstellung und Test: Hope Tech M4
Verarbeitung 9.5
Funktionalität9.5
Service 8
Resumeé 9
9Gesamtwertung
Leserwertung: (5 Votes)
9.5

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