07Die Produkt Einführung des LRS ist nun eine ganze Saison her. Also ausreichend Zeit um die „schweizer Rädli“ unter die Lupe zu nehmen.

Wir hatten die 2050er sowohl an einem Freeride Bike montiert aber hauptsächlich kamen sie am DH Bike zum Einsatz. ( Produktvorstellung HIER ) Bei dem Gewicht von 2050 Gramm und dem von DT Swiss vorgegebenen Einsatzbereich Freeride und Downhill sollte der LRS für so die meisten von uns passen.
Heutzutage ist aber auch im Downhill Rennsport Gewichtstuning ein großes Thema. ( Bsp. LRS von Marcus Klausmann 1560g ) Das gilt aber nicht nur für den Weltcup. Auch auf nationaler Ebene und sogar Hobbyfahrer geben sich dem Glauben hin, sie müssten immer das beste und leichteste Material fahren.
Bei WC Athleten ist die Gewichts-Feilscherei natürlich absolut verständlich. Da diese mit dem Material auch umgehen zu wissen, oder aber sich nicht darum kümmern müssen wenn mal was kaputt wird.
Denn dass so mancher WC Fahrer an einem Rennwochenende in Fort William drei bis vier Laufräder vernichtet bekommt nicht eine jeder mit.

Für den Rest der Welt sollte aber das Gewicht bei diesen Laufrädern in Ordnung sein.

FUNKTIONALITÄT

Allgemein ist bei diesen DT Swiss Laufrädern Höchste Qualität geboten. Von der Felge bis zur Nabe, läuft alles so wie es soll.
Das mitgelieferte Felgenband spannt sich ausgezeichnet in das Felgenbett, und hat die optimale Breite.
Die „Ab Werk“ Speichenspannung, für die der zuständige Laufradbauer ein Zertifikat signiert fühlt sich beim angreifen genau richtig an. Für diejenigen die eine sehr weiche Spannung bevorzugen ist es nach den ersten Fahrten empfehlenswert zu sehen ob die Spannung noch reduziert werden muss.
Ich kam mit der bestehenden Spannung ausgezeichnet zurecht.

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Die Competition Speichen, welche sich nach dem Nippel von 2,0 mm auf 1,8 mm verjüngen und am Nabenflansch wieder verdicken nehmen sicher auch den ein oder anderen Durchschlag auf, ohne gleich zu reißen.

Von der 240er Nabe sind wir es nicht anders gewohnt. Sie läuft, und läuft und läuft. Für lange Zeit drehen sich die Naben dermaßen rund und ohne merkbare Widerstände. Die Lager sind sehr gut abgedichtet und halten widrigsten Verhältnissen stand. Es dauert zirka eine halben Saison bis man bis man einen leichten Verschleiß der Lager bemerkt. Im ausgebauten Zustand kann man beim andrehen der Felge die minimalen Widerstände an den Fingern spüren.
Nach einer ganzen Saison im Einsatz, empfiehlt es sich aber dann doch die Lager auszutauschen.

FR EINSATZ

Setup (Schwalbe Muddy Mary 2,35 Freeride, Wicked Will 2,35 Freeride, 1,95 – 2,1 Bar Luftdruck)

Für den Freeride und Singletrail Einsatz hatten wir Freeride Faltreifen montiert. Das schmälert natürlich den Pannenschutz und bringt die Felge mehr in Gefahr.
Die 2050er haben sich allerdings bei uns im FR Einsatz super bewährt. Das geringere Gewicht mit den Faltreifen, ließ das Bike auch auf flachen Trail Abschnitten gut rollen. Auch bei den nötigen Uphills um an Trails zu gelangen mussten wir nicht zu viel Energie verpulvern.
Auf Singletrails, die zumeist ohne „gestaltete“ Anliegerkurven auskommen, ist Grip auf offenen, abschüssigen Kurven wichtig. In erster Linie natürlich abhängig von der Technik, unterstütz eine breite Felge und der daraus resultierende Reifenquerschnitt den Seitenhalt, was bei der 2050er der Fall ist.

DH EINSATZ

Setup (Schwalbe Muddy Mary 2,35 Downhill, 1,8 – 1,9 Bar Luftdruck)

Was die Stabilität der Laufräder beim „klassichen“ Freeride Einsatz betrifft, heißt auch hier unser Urteil, bestanden. Bikepark und Sprünge stecken die 2050er gut weg. Zu oft sollte man einen Wip allerdings nicht falsch landen, denn dann ganz gewahrt vor Seitenschlägen ist das Laufrad nun auch nicht.

Für den DH Einsatz hatten wir selbstverständlich Reifen mit ausreichend Pannenschutz und einer dickeren Karkasse montiert.
Die Muddy Mary mit 2,35` reichte uns von der Dimension aus. Da sich der Reifen durch die breite Felge ohnehin etwas mehr aufbläst.

Das Mehrgewicht nimmt man bei verbesserter Dämpfung des Reifens, durch den geringeren Luftdruck gerne in Kauf. Auch die höhere Stabilität der DH Karkasse sollte man nicht missen.

Das Laufrad mit den Competition Speichen ist steif genug um in Kurven nicht all zu viel zu flexen. Dennoch auch nicht so steif, dass sich Vorder- sowie Hinterrad bei lateral auftretenden Schlägen nicht ihren Weg suchen würden. Das reduziert harte seitliche Schläge an den Rädern, ohne dass man als Fahrer ein „schwammiges“ Gefühl bekommt.

mtb_freeride_TV_Commencal_suprem_v3-86-Bearbeitet

Bei regelmäßigem DH Training oder Renneinsatz, passiert es einem schon Mal, dass man unabsichtlich Steine oder Kanten zu hart überfährt. Das Resultat hängt von der Felge und der Karkasse des Reifens ab. Hier gibt’s sehr unterschiedliche Vorlieben.
Bei einer sehr harten Felge und dünner Karkasse führt ein Durchschlag meist zum Platten. In unserem Fall bietet die DH Karkasse einigen Schutz, damit man sich nicht ständig die Schläuche zerlöchert.
Für die Felge des DT Swiss Laufradsatzes gilt allerdings, insofern man einen schrägen Durchschlag zu verzeichnen hat (diese passieren doch des Öfteren) verbiegt sich die Felge. Das Resultat also, eine Delle, mal etwas deutlicher das andere mal nicht zu sehen.
In den meisten Fällen bleibt der Schlauch heil. Das bedeutet im Renneinsatz könnte man weiterfahren.
Die entstanden Delle hat, wenn sie nicht mit einem Höhenschlag einhergeht, keine allzu negativen Auswirkungen. Höhenschläge haben wir bisher an unserem 2050er Satz noch keinen bemerkt.
Zu viele Dellen sollte man sich in die Felge dann doch nicht hineinfahren, denn irgendwann leidet die Stabilität des Laufrades dann doch. Hier lässt sich dann nur mehr die Felge austauschen.

Bei hartem DH Training und Renneinsatz, ist weiters zu überlegen ob man die Lager der Naben innerhalb der Saison zumindest einmal wechselt. Für den Otto-Normal Verbraucher halten die Lager, ohne Hochdruckreiniger Behandlung, auch hier bestimmt eine Saison.

SERVICE

Der Service von DT Swiss Naben ist keine Hexerei. Es braucht passendes Werkzeug, die richtigen Lager, Fett und einen Gummi Hammer. Idealerweise macht ihr das in einer Werkstatt mit Schraubstock.

Vorderradnabe

ALS BEISPIEL HIER DER LAGERTAUSCH AN UNSEREM VORDERRAD

Demontage (Reifen und Bremsscheibe demontieren)
Zuerst müssen die Endanschläge gelöst werden, dazu das Laufrad in den Achsenhalter einspannen.
Am Laufrad ziehen (Ein Endanschlag steckt im Achshalter) Achtet darauf, dass der Schraubstock nicht zu fest angezogen ist.
Mit Demontagewerkzeug und Kunststoffhammer die Achse aus dem Gehäuse schla gen. Das Lager auf der gegenüberliegenden Seite steckt dabei auf der Achse. Das andere steckt nach wie vor in der Nabe. Kugellager von der Achse schiebenAchse wieder in das Gehäuse stecken und das zweite Kugellager aus dem Gehäuse schlagen.
Reinig alle Einzelteile und untersucht sie auf ihren einwandfreien Zustand. Wenn ihr Risse oder andere äussere Beschädigungen feststellt, setzt diese keinesfalls wieder ein. Tauscht sie idealerweise gegen DT Swiss Original- teile aus.

Bildfolge links oben nach unten, Mitte nach unten nach rechts

Erster_Schritt Demontage_Lager Demontage_Achse

Montage:

Kurze Montagebuchse in den Schraubstock spannen. Ein neues Kugellager (Ø15/28x7mm) mit der Vorderradachse in die Buchse schieben.
Zuerst Laufrad mit der Bremsen Seite über die Achse schieben. Mit dem zweitem Montagewerkzeug auf der Gegenseite die Achse zentrieren und mit dem Kunststoffhammer das erste Kugellager einpressen.
Achse zur Zentrierung ein wenig nach Oben ziehen. Das zweites Kugellager (Ø15/28x7mm) leicht ins in das Gehäuse drücken und die zweite Montagebuchse drauf stecken.
Mit Hilfe eines Kunststoffhammers und der Montagebuchse das zweite Kugellager einpressen.
Beim Drehen der Achse darf kein unregelmäßiger Widerstand spürbar sein. Zieht und drückt an der Achse um festzustellen ob kein seitliches Spiel vorhanden ist.
Endanschläge gut reinigen und einfetten (normales Mehrzweckfett verwenden). Beide Endanschläge auf die Achse stecken und von Hand andrücken.

Montage_Achse_Lager Montage_Lager Endanschläge_einfetten
FERTIG!

Etwas aufwendiger ist der Lagertausch bei der Hinterrad Nabe. Findet hier einen Link zu DT Swiss. Ab der Seite 25 im Dokument wird dieser erläutert.

RESUMEÉ

Alles in allem ein weiter sehr vielfältiger und hochwertiger Laufradsatz von DT Swiss. Mit der Optik von den 2050er lassen sich bei passendem Rahmen und harmonierenden Anbauteilen richtig schicke Bikes aufbauen.
Die 2050er laufen für lange Zeit ohne merkbaren Widerstand und sind für den Freeride und DH Einsatz gleichermaßen gut geeignet.

Beim DH Einsatz gilt, wie schon gesagt, ein Lagertausch ist während der Saison wahrscheinlich notwendig. Das Gewicht wird Leichtbaufetischisten abschrecken. Unseres Erachtens für die Masse aber passend.
Für die „groben“ Fahrer unter euch, ist der 2050er LRS, auf Grund der doch etwas weicheren Felge nicht zu empfehlen. Für euch werden ein paar zerstörte Schläuche doch leichter verschmerzbar sein, als eine zerbeulte Felge.
Für den Freerider der auch etwas mehr Luftdruck im Reifen fährt, ist der LRS sehr gut geeignet. Er nimmt bereitwillig was man ihm gibt und fällt dadurch auf, dass er einem nicht sonderlich Sorgen macht.

mtb_freeeride_tv_DTSwiss_Wheelset_produktvorstellung_2011-20

Allgemein könnte man eventuell bemängeln, dass der LRS nicht für Tubeless geeignet ist. Zusätzliche Systeme und Abdichtlösungen können angewendet werden.
Auf der Eurobike 2011 habe ich doch etwas erstaunt festgestellt der DT Swiss, diesen Laufradsatz aus dem Programm genommen hat. Grund dafür sein dürfte die Tricon Technologie, welche die Schweizer vor zwei Jahren vorgestellt haben, im Programm weiter auszubauen.
Neben der Nabentechnologie auch anders beim 2012er FX1950 LRS, die Felge, welche steifer und tubeless kompatibel sein wird.

Bis dahin bin ich mit dem FR 2050er LRS zufrieden.

Produkt-Test: DT Swiss FR 2050 Laufradsatz
Funktionalität9
FR Einsatz9.5
DH Einsatz8
Service10
Resumeé 9
9.1Gesamtwertung
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