Das letzte Bike im Vergleich, mit den 29 Zoll Laufrädern unterscheidet sich durch etwas am deutlichsten von den beiden bisherigen Enduro Bikes. Nämlich durch den Preis.

Die Vorstellung zum Bike findet ihr unter diesem LINK.

Verarbeitung und Konzept

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Beim S-Works Enduro ist der Hauptrahmen aus Carbon gefertigt und der Hinterbau aus Aluminium. Daraus ergibt sich der große Unterschied bei den Durchmessern der „Rohre“.

Der Hinterbau wirkt im Vergleich zum Hauptrahmen fast filigran. Der wuchtige Hauptrahmen wird mittel Farbgebung „optisch“ etwas verschmälert.

In Verbindung mit den großen Laufrädern fällt dies aber keineswegs auf. Alles wirkt stimmig.

Saubere Details und perfekte Verarbeitung setzt man bei 8000 UVP voraus. Und das bekommt man auch. Auf den ersten Blick wirkt das Bike fast etwas lehr. Man bekommt das Gefühl es fehlt irgend etwas. Dieser Eindruck entsteht dadurch das alles so aufgeräumt ist.

 

Die Ausstattung ist „High End Pur“. Nur das Beste ist am 29er Enduro verbaut. Es mögen keine exotischen Teile dran sein. Aber definitiv das leichteste und teuerste so mancher Hersteller.

 

Das Fahrwerk stammt von Cane Creek. Der Double Barrel Air ist eher als DH Luft Dämpfer konzipiert kommt 2013 ohne Plattform und ist etwas schwerer als die üblich verwendeten Dämpfer. Dennoch schein man bei Specialized der Meinung zu sein, die Performance passe zum Enduro.

Die Gabel stammt gleich wie bei den beiden Vergleichs-Enduros von Fox.

Die 34er Talas, natürlich für 29 Zöller fährt mit 150 mm Federweg, jeglicher CTD Einstellung und mit Kashima beschichteten Rohren.

 

Bei der Anpassung von Sattelhöhe schickt Specialized die hauseigene „Command Post IR“ ins Rennen. IR steht in diesem Zusammenhang für Internal Routing. Damit hat es sich auch beim Specialized Dropper erledigt mit den Kabeln die sich unnötig bewegen. Die drei Positionen sind stimmig gewählt und mittels verbessertem Hebel zu betätigen. Der Widerstand hat sich gegenüber dem Vorgänger deutlicher verringert.

 

Der innovative einfach Antrieb XX1 von SRAM lässt so gut wie nichts offen. Im Lieferumfang enthalten sind Kettenblätter zum austauschen, so kann jeder für sich aus einem 28er, 30er oder 32er wählen.

Eine Führung ist laut Sram nicht notwendig, dennoch hat man sich 2013 dazu entschlossen, das Bike mit einer E13 XCX auszustatten.

Zur XX1 lässt sich eigentlich kurz sagen, der Hammer. Noch nie war schalten so unkompliziert und einfach. Die Bandbreite reichte für unsere Testszwecke aus, Der Gangwechsel erfolgt schnell und reibungslos. Die verbesserte Bodenfreiheit ermöglicht eine super Clearance auch bei tiefem Tretlager.

Allein, die Tatsache, dass Verschleißteile wie Kette und Ritzlpacket derart teuersind trübt die Freude, jedoch dürfte das für Fahrer die sich solch ein Gerät leisten nicht das große Thema sein.

 

Jetzt zum essentiellen. Die Laufräder stammen aus dem Hause Roval. Die Carbonfelge ist extrem leicht, dennoch stabil und breit genug für den Einsatzbereich. Das besondere daran sie kommt ohne „Wulst“ aus in welcher sich der Reifen normalerweise festsetzt. Dies mag im ersten Moment ein ungutes Gefühl erzeugen und man könnte meinen, nur hohe Luftdrücke wären anwendbar, jedoch weit gefehlt. Wir sind auch mit 1,6 Bar noch recht gut zurecht gekommen und ohne Zwischenfälle während der gesamten Testzeit gefahren. Die den Reifen setzt man auch hier sehr auf Leichtbau, damit die großen Räder nicht zu träge werden.

 

Für die Geschwindigkeits-Reduktion sorgt eine Avid Trail WC Bremse mit Griffweiteneinstellung, großer Scheibe vorne und 180er hinten. Solide Anlage.

 

Das Cockpit mit dem Vorbau von Syntace mit 75 mm und dem 720 mm breiten Specialized Lenker überzeugt nur teilweise. Der Lenker in seiner Konfiguration mit 720 mm geht in Ordnung am 29er, aber der Vorbau bring zu seiner Länge noch eine Rise von 6° was das Cockpit noch erhöht.

 

Trail Test des Specialized S-Works Enduro 29

 

Testcrew ( Größe 179 – 183 cm, 70 bis 75 kg )

 

Setup:

Von Specialized gab es die Empfehlung das Enduro mit 15 mm SAG zu fahren. Ein Volume Reducer im inneren des Dämpfers sollte den DB Air noch etwas progressiver machen und ein zu tiefes einfedern verhindern. Es gibt ein empfohlenes Setup für Highspeed Kompression und Rebound sowie Low Speed Kompression und Rebound.

Die Reboundeinstellungen fuhren wir nach Empfehlung, sowie auch die Low Speed Kompression, einzig bei der High Speed Kompression schraubten wir etwas zurück auch ein Umdrehung.

Die Fox 34 Talas fuhren wir mit etwas mehr Druck, was einen SAG von 15-20% zur Folge hatte. Wie schon bei den anderen Bikes verwendeten wir im DH hin und wieder den Trail Modus mit dem soften Setting.

Was beim Enduro besonders auffällt ist die Disbalance zwischen Dämpfer und Gabel. Dazu gehen wir gleich mehr darauf ein.

 

Bergan:

Das S-Works ist mit 29 Zoll das größte aber zugleich mit 12,4 kg auch das leichteste Bike. Das Cube ist nicht weit davon entfernt. Die Geometrie des Enduros ist mit steilem Sitzwinkel und langem Oberrohr absolut Uphill konform. Das Heck mit 430 mm liegt im Mittelfeld im Vergleich der Enduros. Bei sehr steilen Anstiegen bedarf des der Absenkfunktion der Federgabel, da das Cockpit doch hoch ausfällt.

Was die Uphill Qualitäten am Enduro aber immens schmälert ist der Dämpfer. Nicht etwa weil er der schwerste im Vergleich ist, sondern da er ohne Plattform arbeitet, und nur durch die Erhöhung der LSC verbessert sich das nicht wirklich. Das Fahrwerk wippt doch sehr. Auf Straßen und Schotterwegen fällt das doch sehr auf. (Für 2014 neue Plattform Funktion) Nicht so groß sind die Auswirkungen auf dem Trail dort klettert das Enduro recht gut. Mit Gewichtsverlagerung macht man die hohe Front wett. Die großen Räder rollen unheimlich gut über Hindernisse und haben satten Grip.

 

Vortrieb / Beschleunigung:

Der FSR Hinterbau generiert Pedaldruck sauber in Vortrieb, die leichten Reifen und Felge, lassen in keinem Moment das Gefühl von Trägheit aufkommen. Sowie man die Bremse öffnet oder etwas Schwung generiert bahnt sich das Enduro seinen Weg, die Trails scheinen schlicht sanfter zu werden.

Auch ein Sprint ist mit dem Enduro keine Hexerei, der leichte Gangwechsel, geringes Gewicht, und die Vorteile der 29er machen es leicht.

 

Handling:

Dabei gibt es bei 29 Zoll Laufrädern einige Herausforderungen. Denn wohin mit dem Reifen wenn der Rahmen plötzlich im Weg wäre.

Specialized hat es geschafft bei 29 Zoll Laufrädern das Heck mit 430 mm zu kurz wie möglich zu halten. Das ist kürzer wie beim 27,5 Vergleichsbike.

Zudem ist das Tretlager auf der selben Höhe wie beim 26er Enduro. Mit 335 mm ist es ohnehin eines der tiefsten.

Somit eine Grundvorrausetzung damit das Bike wendig bleibt. Der Radstand ist gleich wie beim Cube und misst 1183 mm.

Der um einen Grad steilere Lenkwinkel als bei den beiden anderen Modellen wirkt sich ebenfalls positiv auf die Wenigkeite aus. So ist fast keine Unterschied oder eine Einschränkung in bei engen Kurven auszumachen, wobei natürlich klar ist das in unserem Vergleich das Canyon immer etwas verspielter sein wird. Was auffällt ist die Gesamthöhe, diese fordert nach etwas mehr Konsequenz des Fahrers beim hin und her bewegen des Bikes.

Die einzigen Situationen wo uns die Größe des Bikes negativ auffiel war zum einen in der Gondel, da die Gesamtlänge doch größer war mussten wir das Bike etwas anders abstellen als bisher gewohnt. Und auch sehr enge technische waren etwas anders zu bewältigen das eben die Gesamtlänge des Bike größer ist.

 

Downhill:

Wir waren uns im Vorfeld nicht ganz sicher wie viel DH Missbrauch das 29er Enduro verträgt. Die filigrane Optik, die dünnen Reifen aber täuschen. Das Fahrwerk mit dem DB Air macht richtig was weg. Extrem potent, wir versuchen alles um ans Limit zu kommen und ihm eine Schwäche abringen. Jedoch vergeblich. Es ist zuerst mal die Gabel die an die Grenzen stößt.

Die Laufräder mit ihrem Flex sind absolut akzeptabel, der Rahmen jauchzt wenn dann nur aus Freude an der harten Gangart.

Das Setup des Dämpfer was im Endeffekt jedoch etwas zu straff meist nutzen wir nur 75 bis 80 % des Federweges auch wenn wir absichtlich versuchten durchzuschlagen.

Jene Disbalance im Fahrwerk die wir in Bezug auf des Setup ansprachen ist auch hier der Fall.

Was im DH ebenfalls überzeugte waren die Reifen, durch den Benefit der Größe waren sie für den Enduro Einsatz ausreichend.

 

Laufradspezifisch:

Das S-Works Enduro 29 hat uns die Augen geöffnet. Lange haben wir uns gewehrt oder es für nicht relevant gehalten, aber in unseren Vergleich hat sich herausgestellt, was die Laufräder betrifft, ist größer gleich besser.

Der Kurvengrip sowie der Grip beim Uphill am Trail sind sensationell. Wie sehr die Geschwindigkeit im flachen und beim Uphill erhalten bleibt, weil sich die Räder nicht „aufhänge“ ist atemberaubend. Genauso verhält es sich im Downhill, Bremse auch und der Speed kommt.

 

Gesamt Resumee

Nomen est Omen. Das Enduro auch mit 29 Zoll bleibt ein Enduro und verkommt nicht zum besseren All Mountainbike. Ausstattungsmäßig top, wobei uns die Disbalance im Fahrwerk doch sehr gestört hat. Für 2014 sollte sich das erledigt haben.

Manche Dinge sind am S-Work natürlich so gut weil, nur das Beste und Teuerste zum Einsatz kommt. Wie zum Beispiel bei Antrieb und Laufräder. Es funktioniert gerade weil alles so leicht ist, und wenn das nicht der Fall ist dürfte es sich anders sein.

Preis Leistung ist im Verhältnis nicht überwältigend das die Leistung mit leichten Abstrichen super ist aber eben der Preis genau das wiederspiegelt.

 

Das S-Works Enduro 29 erkämpft sich im Vergleich den ersten Platz ist aber nur für die fetten Brieftaschen geeignet.

 

Uhill Perfromance

Das Tuning der Plattform, die Übersetzung des Antriebs, die Einstellbarkeit der Federelemte für Uphill, Vortriebseffizienz, Ökonomische Position zum kurbeln, usw.

8,1/10 Punkte

 

Allgemeine Eindrücke

Aussehen, die Harmonie der Komponenten und ihre Sinnhaftigkeit, der erste Eindruck, Preis Leistung Verhältnis, usw.

8,7/10 Punkte

 

Downhill

Wie verhält sich das Fahrwerk bei verschiedenen Anforderungen, Geschwindigkeiten, wie beeinflusst bremsen die Funktion des Fahrwerks, usw.

9,1/10 Punkte

 

Handling

Wie bewegt sich das Bike durch Kurven mit unterschiedlichen Radien, wie fühlen sich steile Sektionen an, wie liegt es in der Luft, die Balance des Bikes, usw.

8,7/10 Punkte

 

Laufradspezifische

Vor – und Nachteile der verschiedenen Größen in verschiedenen Situationen beurteilt, Geschwindigkeitserhalt, Grip, Steifigkeit usw.

8,8/10 Punkte

 

 

Overall von 8,7 / 10 Punkte für das Specialized S-Works Enduro 29

 

Credits:

Wir möchten uns bei Specialized Europa (Sebastian Maag) bedanken, dass das Bike für den Test zur Verfügung gestellt wurde.

 

 

 

Enduro Bike Vergleich: Specialized S-Works Enduro 29
Das Bulls Wild Core ist Arbeitsgerät des „Team Gravity“ welches sich aus internationalen Top-Ridern und deutschen Hoffnungstalenten zusammensetzt und wir hatten die Chance das Bike genau Unter die Lupe zu nehmen. Seit einiger Zeit hat man das Team im Weltcup mit dem Boliden bereits gesehen, nun ist das Wild Core für jedermann erhältlich.
Preis / Leistung10
Verarbeitung5.1
Austattung7.3
Funktion5.3
6.9Gesamtwertung
Leserwertung: (4 Votes)
6.1

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