Weiter geht es mit dem „Mittelmaß“ was die Laufradgröße angeht. Das Cube Stereo setzt bei 27,5 Zoll großen Rädern auf 160 mm Federweg am Heck und der Gabel.

Die Vorstellung zum Bike findet ihr unter diesem LINK.

Verarbeitung und Konzept

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Das Cube, in der vom Hersteller bezeichneten Variante Super HPC steht mit einem Carbon Rahmen da. Es handelt sich dabei um ein Voll Carbon Bike. Nicht nur Hauptrahmen sondern auch Hinterbau sowie Rocker Link sind aus Kohlefaser.

Wie wir schon in der Vorstellung schrieben, ist die Optik eher dezent und klassisch mit den Streifen Lackierungen. Dennoch scheinen die Carbon Lagen sauber verlegt, was beispielsweise ein Blick in das Sattelrohr zeigt.

Die farblichen Akzente verblassen ein wenig.

 

Bei der Ausstattung hat man einige Abstriche gemacht. Zum einen dürfte das auf Grund des Carbonrahmens geschehen sein. So musste man bei gewissen Sachen „sparen“ um ein Preislevel zu erreichen.

So gehört an solch ein Bike eine Vario Stütze, ohne wenn und aber, da gibt’s gar keine Diskussion.

Die Bremsanlage ist an und für sich auch in Ordnung, aber auch hier stört uns eine Kleinigkeit. Die 180er Scheibe am Vorderrad, hat bei einem Bike mit 160 mm Federweg ebenfalls nichts verloren und schon gar nicht an einem Bike mit Rahmengröße 20 Zoll oder mehr.

 

Der Antrieb am Stereo Race ist mehr als nur konventionell. Mit einem 3 Mal zehnfach Setup gewinnt man keinen Krieg, auch wenn am Schaltwerk eine Kettenspannfunktion zum Einsatz kommt. Es mag richtig sein, dass diese Konfiguration eine größte mögliche Bandbreite an Übersetzungen liefert. Aber ein Enduro ohne Kettenführung bei Zweifach oder ein modernes Einfach System ist einfach nicht zeitgemäß.

Weiters fehlt am Rahmen eine ISCG Aufnahme, eine Kettenführung kann also nur mittel direkt Mount Aufnahme montiert werden. Und schließt damit aus, dass die Kette unterhalb der Kurbel geführt werden kann.

 

Das Cube rollt auf Systemlaufrädern von DT mit der Größe von 27,5 Zoll die einen Kompromiss in Sachen Gewicht und Stabilität bilden. Für Grip sorgt der Hans Dampf von Schwalbe mit der Trail Star Mischung am Vorderrad und der Pace Star Mischung hinten. Dieses Setup bestich durch ausgezeichnete Allround Eigenschaften.

 

Das Stereo als Enduro ist somit mit gewissen Komponenten etwas zum All Mountain Trail Bike „verdünnt“ worden. Was dem, wiederum entgegenspricht ist das Cockpit. Der 750 mm breite Easton Carbon Lenker in Verbindung mit dem soliden 60 mm Vorbau spricht aber eine ganz eindeutige Sprache.

 

Trail Test des Cube Stereo Race

Testcrew ( Größe 179 – 183 cm, 70 bis 75 kg )

 

Setup:

Das Fahrwerk ist ausgestattet mit einem Fox Float CTD Federbein. Die CTD Einstellungen lassen einem die Wahl für einen Uphill Modus, einer Plattform im Trail Modus, welcher je nach Vorlieben für ein strafferes Setup auch im Downhill verwendet werden kann. Und dem voll offenen System im Descend Modus. Das Tuning des Dämpfers dürfte nahe einem Standard Tuning liegen.

Sehr ähnlich dem Setup beim Canyon wurde der Dämpfer mit 175 bis 190 psi gefahren. Wobei bei geringerem Luftdruck im DH der Trail Modus bevorzugt wurde. Dies bringt ein sensibleres Ansprechverhalten mit sich, erhöht aber den SAG etwas.

Das Fahrwerk arbeite recht linear, wer also die härtere Gangart bevorzugt, oder mit dem Bike auch gröbere Sprünge wagen will, sollte ein Dämpfer Tuninig überlegen, da es nicht besonders schwer ist, das Fahrwerk durchzuschlagen. Was nicht allzu oft passieren sollte.

Die ersten Schläge nimmt am Cube ebenfalls eine Fox Talas entgegen. Die CTD Kartusche an der Gabel ermöglicht die Einstellung der drei Modi, gleich wie am Dämpfer, und auch hier verhielt es sich so, dass auf sehr steilen oder schnellen Abschnitten der Trail Modus unser bevorzugtes Setup war.

 

Bergan:

Die Reduktion des Federweges im Uphill von 160 mm auf 120 mm bringt bei der etwas größeren Systemhöhe schon Vorteile und ist bei sehr steilen Anstiegen auch notwendig. Das geringe Gewicht des Stereos von 12,5 kg hat hier natürlich große Auswirkungen auf die Uphill Performance. Noch dazu Rollen die Reifen recht flott und ohne großen Widerstand.

Bei aktivierter Plattform ist das Cube eine Klasse im Uphill, da kann keine Rede von Kompromiss sein.

Die Übersetzung biete hier natürlich auch alle erdenklichen Möglichkeiten und der steile Sitzwinkel gewährleistet einen effizienten Tritt.

 

Vortrieb / Beschleunigung:

Das geringe Gewicht und die relativ leichten Laufräder halten die negativen Eigenschaften von rotierenden Massen mit einem größeren Radius zu ihrem Zentrum ziemlich gering. Es fällt im Vergleich zum Canyon nicht besonders auf, dass die Laufräder „schwerer“ zum rollen zu bringen sind.

Was aber bei Cube schon auffällt ist, dass die Räder den Effekt haben Geschwindigkeit langsamer abzubauen. Sowohl in Uphill, Downhill oder auch im flachen bleibt der Speed besser erhalten.

 

Handling:

 

Beim allerersten Aufsitzen bekommt man schon etwas das Gefühlt, sich etwas mehr über den Dingen zu bewegen.

Die Höhe des Lenkers relativiert sich jedoch im Vergleich zum 26er durch ein 2 cm kürzeres Steuerrohr am Cube. So unterscheidet sich die „Stack Höhe“ um lediglich 1,6 cm.

Mit der Rahmengröße 20 Zoll hat man ein recht langes Sattelrohr und hohes Oberrohr.

Das Bike ist in Summe, aber auch was den Radstand betrifft länger als unser Vergleichs 26er. Der recht lange Hinterbau mit 441,5 mm in Verbindung mit dem 1183 mm Radstand bringt viel Stabilität, führt jedoch zu deutlichen Einbußen der Agilität in engen Kurven.

Der flache Lenkwinkel tut hier einiges dazu, dass mehr Nachdruck vom Fahrer gefordert ist.

Beim Stereo ist uns aufgefallen, dass es in engen und mittellangen Radien zu einem gewissen Zeitpunkt immer etwas einknickt, bzw Widerstand bietet. Wodurch das Kurvenverhalten nicht ganz Rund ist.

An sonst ist das Bike gut ausbalanciert, das leichte Heck lässt sich wenn gewünscht schnell bewegen.

 

Downhill:

Wie schon bei Setup angedeutet, bedarf es am Fahrwerk einer guten Abstimmung. Der linear arbeitende Hinterbau bietet nicht die größten Reserven, was nicht bedeutet dass man kein hohes Tempo gehen kann.

Dort fällt einem das etwas „weichere“ Verhalten der größeren Laufräder auf, was für uns nicht wirklich Nachteile gebracht hat. Wir gestehen aber auch ein, dass wir nicht die „schwersten“ Fahrer sind und mit etwas Flex zurecht kommen.

Die Gabel ist genauso wie beim Canyon in ihrer Performance ok. Das Ansprechverhalten ist nicht überwältigend und die Einstellmöglichkeiten notwendig aber auch ausreichend. Der Trail Modus verhindert wegsinken in steilen Passagen wie das Abtauchen bei hohen Geschwindigkeiten.

Für Bewegung ist auf Grund des hohen Oberrohres etwas wenig Platz.

Im krassen Gegensatz zum Canyon ist das Stereo mit dem 3×10 Setup im DH sehr laut. Die Kette schlägt an Umwerfer, sowie am Rahmen an.

Das sehr breite Cockpit gibt einem Sicherheit und Stabilität.

 

Laufradspezifisch:

Im Downhill bemerkt man die im Vergleich zum 26er, weicheren Laufräder. Die auch vom Gewicht sicher etwas unterhalb derer vom Canyon liegen, damit sie nicht träge sind.

Beim pedalieren sowie in offenen Kurven ist die positive Eigenschaft des verbesserten Grips bereits zu spüren. Mehr Auflagefläche, ob nun auf der Mittelstolle beim bergantreten, oder durch mehr Seitenstollen Grip fühlt sich gut an. Beim Bremsen konnten wir das nicht ganz so deutlich spüren.

Auf technischen Trails bergan oder im flachen fällt besonders auf, dass die größeren Räder sich nicht so an Unebenheiten „aufhägen“ sondern besser drüberrollen und somit den Grundspeed hoch halten.

 

Gesamt Resumee

Frei weg, ist das Stereo Race mehr als Long Travel All Mountain Bike anzusehen. Das geht vor allem auf die Ausstattung zurück. Für den ambitionierten Enduristen würden einige Umbauten anstehen um es komplettes Packet bezeichnen zu können. Der Preis ist angesichts des Carbonrahmens ausgezeichnet, jedoch hält die Tatsache, dass nach dem Kauf noch umgebaut werden muss viele ab.

Bei Fahrwerk und Geometrie gibt’s es noch Potential zu Verbesserung, aber alles in allem ein solides Packet von Cube.

 

Uhill Perfromance

Das Tuning der Plattform, die Übersetzung des Antriebs, die Einstellbarkeit der Federelemte für Uphill, Vortriebseffizienz, Ökonomische Position zum kurbeln, usw.

8,3/10 Punkte

 

Allgemeine Eindrücke

Aussehen, die Harmonie der Komponenten und ihre Sinnhaftigkeit, der erste Eindruck, Preis Leistung Verhältnis, usw.

6,8/10 Punkte

 

Downhill

Wie verhält sich das Fahrwerk bei verschiedenen Anforderungen, Geschwindigkeiten, wie beeinflusst bremsen die Funktion des Fahrwerks, usw.

7,9/10 Punkte

 

Handling

Wie bewegt sich das Bike durch Kurven mit unterschiedlichen Radien, wie fühlen sich steile Sektionen an, wie liegt es in der Luft, die Balance des Bikes, usw.

7,7/10 Punkte

 

Laufradspezifische

Vor – und Nachteile der verschiedenen Größen in verschiedenen Situationen beurteilt, Geschwindigkeitserhalt, Grip, Steifigkeit usw.

7,7/10 Punkte

 

 

Overall von 7,6 / 10 Punkte für das Cube Stereo Super HPC Race

 

Credits:

Wir möchten uns bei Cube Bikes (Frank Greifzu) bedanken, dass das Bike für den Test zur Verfügung gestellt wurde.

 

 

Enduro Bike Vergleich Cube Stereo Race
Das Bulls Wild Core ist Arbeitsgerät des „Team Gravity“ welches sich aus internationalen Top-Ridern und deutschen Hoffnungstalenten zusammensetzt und wir hatten die Chance das Bike genau Unter die Lupe zu nehmen. Seit einiger Zeit hat man das Team im Weltcup mit dem Boliden bereits gesehen, nun ist das Wild Core für jedermann erhältlich.
Preis / Leistung10
Verarbeitung5.1
Austattung7.3
Funktion5.3
6.9Gesamtwertung
Leserwertung: (2 Votes)
7.4

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