Die neue All Mountain Waffe aus dem Hause Commençal habe ich euch schon ausführlich vorgestellt. Angelehnt an die Plattform des Supreme DH V3 ergibt das nun Downhill Performance, die sich effizient bergan pedalieren lässt.

Gefahren bin ich das Bike, wie von Commençal Meta AM in der Größe Large, mit allerhand feien Parts ausgestattet. Diese reichten von einem kompletten Sram X0 Antrieb, über die vielgeprießene Rockshock Reverb, zu den leichten Easton Teilen im Cockpit. Gefedert und gedämpf vom Fox Float RP23 mit Adaptive Logic, und einer Fox 32er Float 150 mit Kashima Coating und den neuen SKF Dichtungen. Im Komplettsatz routierten Fulcrum Laufräder um eine 142/12 mm Achse hinten und die 15 mm Stechachse vorne.

Ihr bekommt hier nun meine Eindrücke vom dem Bike, wie es sich allegemein bewährt und wie es sich färht. Wenn ich es an dieser Stelle mit einem anderen Bike vergleiche, dann mit dem Vorgänger Modell. Und fokussieren möchte ich mich auf das Bike als Rahmen und Fahrwerk, und nicht auf Austauschbare und individuelle Parts wie Hinterreifen oder Bremse.

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VERARBEITUNG / KONZEPT

Fangen wir bei der Optik an, die im großen und ganzen einfarbige Lackierung, mit anders farbigen Logos und Schriftzügen ist sauber und regelmäßig. Das Cyan Blau gefällt mir persönlich doch sehr gut. Auf die Frage warum man denn das Commençal „typische“ neon Grün nicht verwendet hat, sagte mir Nico (Konstrukteur) dass zwar das grün doch sehr beliebt ist aber die Qualität der Farbe nicht sehr hoch ist. Egal das Blau dieses Bikes ist eigenständig genug für ein Commençal und hat Wiedererkennungswert.
Die Schweißnähte sind regelmäßig und nicht zu massiv, verbinden die leicht hydrogeformten Alurohre zu einem fließenden Rahmenkonstrukt.
Die modernen Standards wie Steuerrohr, Umwerfer Aufnahme, Tretlager und Einbaubreite am „Rear End“ sind noch mit feinen Detaillösungen versehen, wie beispielsweise die „Center“ Indikatoren am Steuerrohr, damit all diejenigen die ein Angel Set verbauen möchten auch die mittige Position genaue erkennen können.
Gegenüber der Innenverlegung der Züge war auch ich lange Skeptisch, aber ohne die Züge und Leitungen sieht das Bike dermaßen clean und aufgeräumt auf, dass ich meine, auf jeden Fall innen verlegen. Damit geht man auch den unschönen Scheuerstellen aus dem Weg, die die Bowden sonst meist verursacht haben.
Die Zugführung für die Vario Stütze war bei diesen ersten Modellen nocht nicht optimal, da bei versenkter Stütze die Leitung über den Rocker Link gestreift hat, bzw. sogar mit dem Reifen Kontakt hatte. Aber dies wird bis zum erscheinen der Serie geändert sein, versicherte mir Nico.

Die Hardware am Bike hat sich im Vergleich zum Alten doch sehr verbessert, das musste eh ohnehin sein. Die Achsen und Lager der Gelenke sind groß dimensioniert und mit dicken Alu Schrauben mit Gewinde im Rahmen verschraubt.
Vom Tapererd Steuerrohr, über das 92er Press Fit Lager bis hin zum 142/12 er Rear End, ist der Rahmen gegenüber dem Vorgänger, sehr viel steifer und direkter, in keinem der genannten Bereiche ist weder ein leichter geschweige mittelstarker Flex zu spüren.
Der „floated“ und von beiden Seiten komprimierte Dämpfer erlaubt nun einen geringeren Luftdruck, was dem Losberechmoment zugute kommt, und die Sensibilität des „Eingelenkers“ zusätzlich erhöht.
Fesch und in meinen Augen super, die 180 mm Direct Post Mount Aufnahme für die Bremse hinten. In einer Zeit, in der auf vielen DH Bikes Serienmäßig „nur“ 185 mm Scheiben verbaut sind, sollte das für das META AM reichen. Ansonsten braucht es halt nur den richtigen Adapter für eine 203er Scheibe.

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FUNKTIONALITÄT

UPHILL

In der veränderten Geometrie ist bereits die Intension zu erkennen, dass die Berganqualitäten verbessert worden sind. Der steile Sitzwinkel gewährleistet, dass man bei Rahmengrößen ab Large nicht zu sehr auf dem Hinterrad sitzt. Diese verbesserte Effizienz ist sehr deutlich zu spüren. Druck auf das Pedal wird gnadenlos in Vortrieb umgesetzt, unterstütz auch durch die Steifigkeit des Rahmens an und für sich.
In sehr steilen Passagen hatte man beim Vorgänger immer mit einem steigenden Vorderrad zu kämpfen. Das ist jetzt nicht mehr der Fall, durch die etwas längere Kettenstrebenlänge und den Sitzwinkel sitz man schön im Bike und der Vorderreifen bleibt dort wo er hingehört, am Boden. Es ist bei diesem Bike absolut keine „travelbare“ Gable notwendig, die Flaot 32 bietet die Möglichkeit des Lockout, was sinnvoll ist wenn man längere Strecken auf der Straße bergan zurücklegen muss, ansonsten ist die Geo so ausbalanciert das man an ein absenken gar nicht mehr denkt.

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Durch den steileren Winkel, ist es auch einfacher geworden aus dem Sattel in den Wiegetritt zu wechseln, speziell auf technischen uphill Trails ist man schnell und agil.
Der Fox Float RP23 mit dem „Adaptive Logic“ sitzt sehr tief im Dämpfer, das macht ihn am Trail etwas schwer zu erreichen, um den Hebel von offen auf geschlossen umzulegen. Was aber nicht weiter schlimm ist, denn auch bei „offenen“ Dämpfer pedaliert sich das META AM großartig. Bei größeren Unebenheiten merkt man schon, dass der Dämpfer offen ist aber ansonsten ist der Unterschied verschwindend gering. Sofern es nicht lange Abschnitte bergan geht, kann der Dämpfer meines Erachtens geöffnet bleiben und ist so bei „hoch & runter“ Trails immer einsatzbereit.

DOWNHILL

Nachdem Commençal Bikes bergrunter immer eine gewisse „Spaß Charakteristik“ an den Tag legen, war interessant zu erfahren ob dies nach den massiven Verbesserungen in der Uphill Performance beim META AM noch der Fall ist. Im Vergleich zum Vorgänger hat der Hinterbau ja 10 mm mehr Federweg, was fast so viel ist wie das Vorgänger Enduro Modell der Meta Serie ( Meta 6 ). Aber gut wie fühlt es sich an.
Auf den ersten Metern ist sofort klar es ist ein ganz anderes Bike als das ehemalige Meta 55. Die Steifigkeit ist im ersten Moment sogar etwas unangenehm. Die 32er Fox mit dem Tapere Sterer und der 15mm Steckachse legt eine Führungspräzision an den Tag wie ich sie ihr nicht zugetraut hätte.

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In den Kurven ist auch bei hohem Druck das Tretlager stabil und in Verbindung mit dem Hinterbau und dem 142/12 Rear End präzise wie eine Rasierklinge.
Daran muss man sich aber erst gewöhnen. Der Vorgänger bahnte sich bei unsauberer Fahrweise einfach seinen Weg zwischen Wurzeln und Steinen hindurch, sowie es in Kurven relativ leicht war mit dem Flex des Bikes, guten Grip aufzubauen. Das alles zog jedoch Lager und Buchsen in Mitleidenschaft. Beim neuen META AM, reduzieren sich die Lateralen Bewegungen im Bike, bzw. der Rahmen verwindet sich weniger, das den Dämpfer und die Anlenkungen weniger belastet und somit länger haltbar macht.
Allerdings bekommt man als Fahrer, bei entsprechender Fahrweise mehr dieser Kräfte und Schläge zu spüren, was man schnell in den Armen merkt. Nach leichter Eingewöhnungsphase, kam ich aber schnell damit zurecht, und bei der anschließenden Fahrt auf dem alten Bike, hatte ich zeitweise das Gefühl mit 1,0 Bar im Reifen durch die Gegend zu gurken.

Bereits die 140mm Feder weg des Meta 55 fühlten sich sehr potent an, dies ist aber nichts im Verleich zu den 150 mm des META AM. Die erhöhte Progressivität ist deutlich zu Spüren, bei nur leichten Schlägen und Unebenheiten benötigt man nicht annähernd den halben Federweg, ohne sich aber vernachlässigt zu fühlen. Dafür ist die Plattform bei hohen Geschwindigkeiten und großen Löchern aber genauso sicher und bringt einen so gut wie nie an die Grenzen bis zum Durchschlag. Sehr gelungen meiner Meinung nach.
Ein etwaiges Bremsstempeln, war bei den Tesstrecken auf denen wir und bewegten nicht zu spüren, und wenn vorhanden zu vernachlässigen.
Der mit 67° flache Lenkwinkel für ein AM Bike gibt auch bei höheren Geschwindigkeiten Sicherheit, und macht Steilpassagen zum klax.

Die geringere Überstandshöhe, auch bei den größeren Rahmen, kommt einem aktiven Fahrstiel sehr entgegen. Wenn man sich gerne und viel bewegt am Bike, dann bietet das META AM genügend Platz sich auszutoben, genauso wie das „Handling“ während Airtime leichter wird.

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RESUMEÉ

Es war an der Zeit, und es ist Nico und den Jungs bei Commençal gelungen, eines der Besten Bikes aus dem vergangen Jahrzehnt, mit modernen Features, einer zeitgemäßen Geometrie und der Performance einer DH Bikes, in die heutige All Mountain Riege zu integrieren.
Bei dem Einsatzbereich AM, werden die Bikes mit ihrer Ausstattung der Kategorie absolut gerecht werden, lassen aber dennoch die Freiheit sich selbst noch mit Änderungen zu verwirklichen.
Für mich ist das Konzept des AM Bikes mit Freigabe für den Bike Park absolut stimmig. Der für 2×10 optimierte Hinterbau gibt einiges an Reserve. Bei wesentlich verbesserten Klettereigenschaften, fühlt es sich im Downhill nach wie vor wie ein Commençal an, und macht sogar noch mehr Spaßt wie die Vorgänger.
Bei der Frage nach dem absoluten Gewicht, welches je nach Aufbau um die 13 kg (ohne Pedale) liegt, wird der ein oder andere denken, das sei zu viel. Es ist nach den Aussagen von Nico noch Potential zur Gewichtsreduktion drin, doch sein Hauptziel ist, dass nicht einmal die Commençal Pro Rider wie etwa Remy Absalon oder die Familie Atherton, die Rahmen brechen.
Deshalb testet Commençal auf dem Prüfstand weit über die Normen der europäischen Gesetzgebung hinaus.
Weiters ist das Gewicht des Bikes nicht wirklich zu spüren, da es tief und zentral im Bike liegt. Die leichteren Bauteile und hier speziell die leichten rotierenden Massen, machen das Bike schnell und agil.

Neben dem Meta AM, soll es in der Produkt Palette von Commençal auch weitere Modelle, mit dieser Hinterbauplattform geben. Die Rede ist von einem nachfolge Modell des aktuellen SUPER4, und dem Meta 6, welches dann unter der Bezeichnung META SX präsentiert wird. Diese ist eine leicht gepimpte Version mit 160 mm Federweg am Heck, sowie für 160 mm an der Gabel ausgelegt. Hier wird der Steuerwinkel noch mal um einen Grad flacher, somit gibt es wieder ein Enduro Bike, für den noch groberen Einsatz. Dazu werden wir euch auber auf dem Laufenden halten.

Remy Absalon wird nächste Woche nach seiner Verletzungspause, bei der Mega Avalanche mit dem neuen META AM an den Start gehen. Für die Marathon DH Rennen hatte es sich das Bike mit Angleset und einer 36er Float Aufgebaut, sowie mit nur einem Kettenblatt und der dazugehörigen Führung. Wir wünschen ihm für die MEGA nächste Woche alles Gute!!

Hier noch ein kurzes Video von der DH Performance mit dem neuen Meta AM

Bike Test: Commençal Meta AM 2012–Erste Fahreindrücke und Video
Verarbeitung & Konzept9
Uphill8.5
Downhill9
Resumeé9
8.9Gesamtwertung
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